Donnerstag, 22. Oktober 2009

peru 2009 - part I

wo soll ich bloß anfangen?? aus meinen anfänglichen 2-3 wochen sind nun doch fast 4 wochen in peru geworden. eine grandiose rundreise auf der wir viel gesehen, entdeckt und viele liebe, nette menschen kennengelernt haben. aber beginnen wir am anfang..

18. + 19. oktober 2009

um 18 uhr war treffen bei der gastfamilie von sonja - ein letztes abschiedsessen für sie. mit vollen mägen und schwerem gepäck ging es danach zum busterminal von cochabamba, wo wir um 22 uhr nach la paz gestartet sind.


diesmal war es zwar nicht so kalt im bus, aber ich konnte trotzdem kaum schlafen. war bei jedem stop wach (und die busse halten ja alle nase lang, um leute vom wegesrand aufzusammeln und in ihrem dorf im nirgendwo abzusetzen) ... nunja, gegen 6 uhr dann ankunft in la paz und nach der nächstmöglichen verbindung nach puno/peru ausschau halten - leider erst um 8.00 uhr, also hiess es zeit totschlagen mit frühstück und smalltalk mit anderen wartenden.





um 8 uhr gings dann weiter nach puno - wieder über eine uns wohlbekannte strecke, nämlich die nach copacabana.. der bus war klein und wie sooft gab es viel zu wenig beinfreiheit für menschen über 1,60 m ;-) aber ich hatte einen netten sitznachbarn aus argentinien und während der fahrt war es für jeden eine kleine sportliche herausforderung, ein foto aus geöffnetem fenster zu schiessen.



la paz








dieser junge mann wollte uns eigentlich links überholen, jedoch hat ihm seine motorhaube einen strich durch die rechnung gemacht ... grosses kino










entweder war meine kamera zu langsam oder der bus zu schnell..













fleischerei







ich weiss, eigentlich hab ich das alles schonmal fotografisch festgehalten, aber der himmel war einfach atemberaubend an diesem tag..



gegen 12 uhr waren wir dann in copacabana mit 1 stunde aufenthalt - also ab ins lieblingsrestaurant und erstmal was essen + ein bier :) und da wir schonmal hier waren, konnte ich auch noch das armband kaufen, was ich letztes mal nicht getan hab... um 13 uhr dann weiterfahrt in einem großen bus nach puno.

copacabana

wir wurden mit einem lachen begrüsst





nach jedoch nichtmal einer halben stunde fahrt, stoppte der bus schonwieder - diesmal jedoch aus für uns erfreulicherem grund - die grenze zu peru war erreicht. also alle raus und stempel abholen. JUHUUUU, endlich peruuuuu.. die weiterfahrt nach puno war dann weniger spannend. "irgendwie sehen die kühe und felder hier genauso aus, wie in bolivien..."


inca kola

und cuscena - damit man gleich weiss, was es hier zu trinken gibt





gegen 17 uhr (16 uhr in peru, dank zeitverschiebung) dann ankunft in puno. hostal tumi II durfte sich unserer anwesenheit begnügen. da das wetter nicht so dolle war, gab's nur eine kurze sightseeingtour auf der wir mehr geshoppt, als architektur bestaunt haben. endlich wieder eine tasche mehr - ist aber nur ne kleine, die fällt kaum auf ;-) danach waren wir noch weltbeste pizza essen - wirklich sehr sehr lecker!!! ging dann auch recht früh ins bett, da es am nächsten tag früh losging zu der 2-tägigen inseltour.

20. oktober 2009

am frühen morgen ging es nach dem frühstück los zu den inseln uros, amantani and am nächsten tag noch nach taquile. unser guide zacharias, für uns nur "zacki", 3 junge belgier und eine größere gruppe älterer franzosen, die uns am ende unseres trips echt auf die nerven gingen.. und conny aus münchen, mit der wir auch später unser zimmer auf amantani teilten!!

puno

puno


hafen von puno










die treibenden schilfinseln der uros

die uros sind ein volk, die auf ungefähr 40 treibenden inseln leben, die hauptsächlich aus totora, cattail oder schilfrohr gemacht werden. diese inseln nehmen einen großen teil des nationalreservates ein, von der bucht punos bis zur halbinsel von capachica und wurden einst gebaut, um sich von den inkas und collas zurückzuziehen, da sie von ihnen als minderwertige wesen betrachtet wurden. totora ist für die bewohner lebensnotwendig. während man die jungen pflanzen essen kann, werden die alten als brennmaterial benutzt. häuser, boote und natürlich die inseln selbst wurden allein aus diesem material hergestellt und müssen regelmäßig erneuert werden.





und so legen die touristenboote an den inseln an..




unser guide "zacki"



die grünen, frischen schilfhalme werden unten geschält und kann man essen - schmeckt nach nix..







so sieht eine typische insel aus. auf einer insel wohnen ca. 3 familien.




hier ist wirklich alles aus schilf..

sonja und ich auf dem schwimmenden gefährt

spätestens jetzt fühlte man sich wie in einem animationsprogramm - zum abschluss unseres besuches sangen die bewohner in verschiedenen sprachen (mehr oder weniger gut) typische lieder - für die deutschsprachigen besucher gab's "alle meine entchen" - also der melodie nach zu urteilen ;-)

... und ein "hasta la vista, baby" zum abschied. ja, auch der terminator hat's bis zu den schilfinseln geschafft.

hier sieht man ganz gut die verschiedenen schilfschichten, auf denen man steht


war definitiv spannend, auf diesen inseln zu laufen und zu sehen, wie die leute dort leben, trotzdem war es ne touristenabzocke. kauft hier was und da was.. und als wir später unseren guide "zacki" gefragt haben, meinte der auch, dass die meisten der leute hier eigentlich aus den bergen kommen, also keine "eingeborenen" uros sind. naja.. schön war's und weiter sollte es gehen zur..

insel amantani (titicaca see)

die insel amantani liegt ca. 38 km westlich von puno entfernt und ist rund 15 km² groß. zwei gipfel, der pachatata (vatererde) und pachamama (muttererde) verleihen der insel ihre typische silhouette. auf ihnen befinden sich archäologische reste der inka- und tiwanaku-kultur, die man ohne weiteres besichtigen kann. die muttersprache der einwohner ist quechua, spanisch hingegen ist nur eine fremdsprache, die aber vor allem von den jüngeren durchaus gesprochen wird. die einwohner leben größtenteils vom fischfang und der landwirtschaft. aus diesem grund wurde die idyllische landschaft mit terrassen versehen, um nahrungsmittel wie mais, weizen, quinua und verschiedene kartoffelarten anzubauen. die insel verfügt zudem über eine schule und eine kleine krankenstation.

besucher der insel haben die möglichkeit bei einer einheimischen familie die nacht zu verbringen und dabei deren lebensgewohnheiten, speisen und traditionen kennen zu lernen und hautnah zu erleben.


jeder suchte das für sich bequemste plätzchen..




taquile


amantani


1

2

oder 3..?

schleichwerbung

amantani


unsere "gastmutter" hieß epephenia und hat uns gut umsorgt. ganz angenehm ist, dass es sich bei den inseln meist um "vegi-inseln" handelt. die tiere gelten als nutztiere und nur wenn ein tier zu alt oder ein besonderes fest ansteht, wird geschlachtet. somit bekamen wir leckere vegetarische kost und super leckeren tee!!



blick von unserem zimmer aus auf den titicaca see

sonja & conny in unserem "reich"


eingang zu unserem zimmer - die treppe dahin ein abenteuer..

wo ist die kuh?

die küche

epephenia kocht

und unterhält uns

gemüsesuppe mit quinua

mhhhhh.. lecker!!!!

diese fingerähnlichen gebilde sind süßkartoffeln, das gebratene etwas "quietschekäse"


nach dem essen ging es dann zu den inkaruinen auf pachatata. anstrengendes hochgekraxel, was mit schöner aussicht belohnt wurde. oben war es jedoch schweinekalt durch den wind. gut das ich von epephenia noch eine hübsche rote mütze gekauft hab, die meine ohren warm hielt ;-)



plaza











oben erwartete uns dann diese tempelruine der inkas


...und dieser wunderbare blick auf die umliegenden inseln und den titicaca see


die tempelruinen auf den gipfeln werden alljährlich am 20. januar für das inselfest genutzt. an diesem tag findet ein wettbewerb statt. jeweils die hälfte der inselbevölkerung findet sich an einem der beiden tempel ein, und jeweils ein läufer rennt zu einem punkt zwischen den beiden gebäuden. nach der tradition soll ein sieg für pachamama eine gute ernte im nächsten jahr bescheren.

amantani ist zudem für sein textilhandwerk bekannt.

ähnlich wie taquile ist auch amantani genossenschaftlich organisiert und jährlich wird ein gemeinsamer gemeinderat gewählt. die gemeinde erhebt keine steuern, vielmehr werden kommunale aufgaben (in alter andiner tradition)
in gemeinschaftsarbeit erledigt.

die inseln sind autofrei.



und wem's zu kalt wird hier oben, hat die möglichkeit sich mit allem, was man aus alpaka machen kann, einzudecken..



steine, überall steine..
ein paradies für papito =)


kurzzeitig hatten wir sogar blick auf die von der abendsonne angestrahlten schneebedeckten berge



nach langem gewarte auf unsere französischen freunde oder wie wir sie gerne nannten "french fries", gings wieder runter zum plaza, wo wir wieder warteten und warteten und... bis uns unsere gastmutter abgeholt hat, denn unsere "french fries" + zacki waren wie immer die langsamsten. zurück ging es nur mit taschenlampen, da die ganze insel keine straßen- bzw. wegbeleuchtung hatte. "zuhause" gab's abendbrot und eigentlich sollte um 20 uhr noch eine fiesta stattfinden, an der wir aber nicht mehr teilgenommen haben - vielleicht auch besser so. den 3 belgischen jungs ging es am nächsten morgen nämlich garnicht gut ;-)





franzi, das ist ein schaf, kein alpaka :p

21. oktober 2009

um 8 uhr ging es am nächsten morgen weiter mit dem boot auf die nachbarinsel taquile:




taquile insel (titicaca see)

die ca. 6 km lange und 1 km breite insel taquile wird oft auch als „insel der strickenden männer“ bezeichnet. der name ist berechtigt, da es erstaunlicherweise die männlichen einwohner sind, die hauptsächlich spinnen und die für diese region typischen langen mützen, chullos genannt, stricken. die frauen weben hingegen kunstvolle hüftbänder. eine weitere tradition ist auf dieser insel gängig: die männer tragen stets chullos-mützen, die über ihren beziehungsstatus auskunft geben. so sind die träger der roten chullos vergeben bzw. verheiratet, während die träger der rot-weiß-gestreiften single sind. entgegen vieler traditionen anderer kulturen bestimmt auf dieser insel das weibliche geschlecht die partnerwahl.


gegen 16 uhr waren wir dann wieder in puno. da wir noch zeit hatten und das wetter besser war, als am tag unserer ankunft, gab's nochmal ein wenig sightseeing in der stadt..
















um 19 uhr ging es dann im unbequemsten bus bisher auf unbequemer strecke auf 6-stündige fahrt zu unserem nächsten ziel: arequipa

4 Kommentare:

  1. einfach großartig! ,,,,warte auf spannende Fortsetzung :-))

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  2. und dabei bin ich noch nichtmal richtig in peru angekommen ;-)

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  3. toooooollll, bringst du mir auch noch ein alpaga mit??? schöne fotos hast du mal wieder gemacht... bin gespannt auf die nächsten peru-bilder!

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  4. uhhh wow.....sehr schöne sache....jetzt haltg dich ran, willl unbedingt die fortsetzung lesen und sehen ;)
    unglaublich beeindruckend!!!

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