kurzfristig haben sonja (eine voluntärin aus der schweiz) und ich beschlossen, über's wochenende nach la paz, zum titicacasee und, wenn wir's schaffen, nach tiwanaku zu fahren.
in einem nachtbus für umgerechnet 3 euro pro person ging die reise am donnerstag um 23 uhr
los. die meiste zeit der 7 h fahrt haben wir mit schlafen verbracht. zum glück hatte die gastmutter von sonja ihr noch eine decke aufgeschwatzt, denn nachdem der busfahrer sich anfänglich nicht zwischen "tropenklima" und "eiszeit" im bus entscheiden konnte, hieß es für die restlichen 5 h klirrende kälte. aber eingekuschelt in unsere decke und verpackt als zwiebeln nahm auch diese fahrt um 6 uhr morgens in la paz am bus terminal ein ende...
04-09-2009
in la paz angekommen sind wir mit dem nächsten taxi ins hotel milton gefahren, was in unserem reiseführer als ein "beliebtes backpacker hotel, direkt am quirligen rodríguez-markt mit einzigartig kitschiger 70-er jahre einrichtung" beschrieben wurde. und diese beschreibung bestätigte sich uns auch. für umgerechnet 7 euro die nacht bezogen wir unser doppelzimmer mit bad und machten uns erstmal daran, den sonnenaufgang über la paz festzuhalten. dann gabs noch ein wenig schlaf und gegen 9 uhr machten wir uns los die stadt zu erkunden.

blick auf die (noch) ruhende stadt
hotel milton
unser frühstück
plaza murillo




am plaza haben wir etwas länger verweilt. zum einen mussten wir erstmal wieder zu sauerstoff in unseren lungen kommen, zum anderen haben uns die menschen an diesem ort zum verweilen und beobachten eingeladen. das la paz doch nochmal bis zu 1500m höher als cochabamba liegt, merkte man, als wir durch die stadt schnieften & schnauften. in la paz gibt es eigentlich nur hoch oder runter. und hoch heisst dann nicht mal eben ein kleines hügelchen hochlaufen. nein, gefühlte 80% steigung. und das bei der dünnen luft.. um an unser nächstes ziel, den aussichtpunkt killi-killi zu gelangen, nahmen wir deshalb ein taxi. ging schneller und war definitiv entspannter. vom aussichtspunkt aus hatten wir eine wunderbare sicht über ganz la paz. la paz liegt in den ausläufern der cordillera in einem riesigem tal, an dessen hänge man die häuser gebaut hat. im hintergrund thront der 6.439 meter hohe inti illimani, im vordergrund das große fussballstadion.






nach der grossartigen aussicht gings zur gefängnisstadt "san pedro", wo wir jedoch nicht drin waren.
wir waren dann in der einkaufstraße "calle sagárnaga". dort gab es u.a. schals, pullover und ponchos aus alpakawolle, schmuck, felle und alte stoffe + westen. aber auch, was mich viel mehr interessierte, jede menge taschen :) abends waren wir noch auf der abzweigenden "calle linares", der sogenannten "zaubergasse". dort hocken überall alte frauen und verkaufen elixiere, steine und kräuter, geheime pülverchen und u.a. auch lama-embryos. diese sollen glück bringen und leid abhalten. nunja.. wenn's hilft ;-)
als nächstes stand eine rundfahrt mit einem "londonbus" ins tal des la paz flusses, das im volksmund einfach rio abajo, "flussabwärts" heißt, an. für touristen eher als "mondtal" (valle de la luna) bekannt. die "mondlandschaft" formte sich aus den in geologischen zeiträumen abgelagertem und zusammengepressten schuttmassen, die von den hohen bergen herabgespült wurden. das sehr verschiedenartige material setzte dem stetigen angriff von wind und wasser sehr unterschiedlichen widerstand entgegen. die dadurch entstandene bizarre landschaft verändert sich in jeder regenzeit etwas. türme stürzen um, unterirdische höhlen fallen zusammen, und die von keiner vegetation gebremsten fluten begraben neue schluchten. bunte gesteinsschichten und stachelige kakteen verleihen dem ganzen zusätzlichem reiz......."jedoch: der stau in la paz verhinderte die rechtzeitige ankunft am bus und somit blieb uns an diesem tag nur noch eine stadtrundfahrt durch la paz - was, angesichts des stockenden verkehrs ziemlich anstrengend war. und auch hatten wir vieles, was der bus ansteuerte, an diesem tag schon selbst erkundet. aber es war auf jeden fall ein abenteuer, wie sich der bus durch die engen gassen zwängte und wir fast in den stromkabeln hängen geblieben sind. hier einpaar eindrücke:












am abend waren wir dann in einem kubanischen restaurant essen + trinken. da uns der tag ziemlich geschlaucht hat, waren wir gegen 22 uhr schon wieder im hotel. was ich jedoch immer mache, sobalds einen fahrstuhl im hotel gibt - ganz nach oben fahren. und da bot sich uns der gang auf die dachterrasse an, wo diese nachtaufnahmen von la paz entstanden.
gegen 23 uhr waren wir dann auch im bett. morgens sollte es um 7.30 uhr weiter gehen. nächster stop: copacabana am titicacasee!!!
Was du schon alles gesehen hast.......
AntwortenLöschenWahnsinn! Einfach toll !
Mir liegt die Stadt zu hoch,das machen meine Lungen nicht mehr mit,,,nix für mein Alter:-))
schöööne bilder und ich gestehe - neid..!!
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